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Die Brotteröder Kirmesfahne

*1664
Anfertigung einer neuen Kirmesfahne

*1677
Anfertigung einer neuen Kirmesfahne

*1749
Anfertigung einer neuen Kirmesfahne aus Tuch und bestickt

*1787
Anfertigung einer neuen Kirmesfahne aus dunkelblauem Tuch, bestickt mit wollen Garn verschiedener Farben, Stahlflitter und gesponnenem Silber und Silbertressen versehen

*1806
Versuchter Fahnenklau durch den Unteramtschultheiß Becker. Dieser hatte die Fahne bereits vom Turme herabgeholt, aber ein altes beherztes Weib, die sogenannte Margreth Christine, Witwe eines Schnallenschmieds Jüng und eine andere, genant Hühne Krette (Margarethe Huhn) hatten ihm die Fahne wieder entrissen. Die alte Schwarze den Schmalkalder Unteramtschulzen mit der Fahne in der Hand sehen, ihn an der Kirchentür vermittelst einer Kartoffelhacke im Rockkragen einhaken, an sich ziehen, den Zopf fassen und ihn so zur Erde reißen, war das Werk einiger Augenblicke.

Triumphierend hob sie mit der einen Hand den schön gewichten Zopf, den sie dem Räuber ausgerissen hatte, in die Höhe, mit der anderen hatte sie unter Beistand und "Zuschlag" der Hühne Krette die Fahne gefasst. Andere Weiber hatten die Feldjäger in "Beschlag" genommen und die Schläge auf sie nicht gezählt. Die übrige Bevölkerung hatte die Schrecksekunde von dem Raube schnell herbeigezogen, aber die Männer fanden fast nicht mehr zu tun, die Weiber waren bereits Sieger. Man ließ die Schmalkälder unter heller Verhöhnung laufen, und steckte unter lautem Jubel und dem Schalle der Musik die Fahne sofort wieder auf.

*1836
Anfertigung einer neuen Kirmesfahne mit Tressen (=gewebter Bandstreifen, meist aus Gold oder Silberfäden)

*1859
Anfertigung einer neuen Kirmesfahne aus schwarzem Tuch mit echten breiten Silbertressen und Seidenstickerei, Schnur uns Quasten

*1874
Ausstecken der neuen Kirmesfahne an der Stelle der durch Sturm vollständig zerstörter Fahne

*1875
Wie schon früher, so hatte man auch in diesem Jahre den Versuch gemacht, die Kirmes in Brotterode von der Jakobiwoche nach dem Herbste zu verlegen. Auf Anordnung des damaligen Landrates Senfft von Pilsach zu Schmalkalden war der derzeitige Bürgermeister Hugo Nickel zu Brotterode angewiesen worden, die Kirmesfahne am Kirmesmontag nicht herauszugeben. Nachdem es 6 Uhr geschlagen hatte, und die Fahne erschien nicht unter Glockengeläut am gewohnten Platze in der Kirchturmluke, füllten sich die Straßen mit alten Frauen und Männern. Unter großem Lärm zog man vor das Haus des Bürgermeisters Nickel und verlangte die Herausgabe der Kirmesfahne und das Kirmesläuten. Da sich der Bürgermeister gemäß landratlichen Befehls weigerte, die Fahne herauszugeben, drang man in die Wohnung desselben ein und holte die Fahne heraus. Hierauf zog man zum Kirchturm und steckte dieselbe unter Glockengeläut heraus.

Wegen der Anordnung des Landrats hatten der Schnallenschmied Bernhard Schmauch, der "Kirmesseschmauch" genannt, weil er sich immer besonders um die pünktliche Feier der Kirmes und um die Kirmesfahne gekümmert hatte, sowie zwei andere Einwohner sofort eine Bittschrift an das Ministerium des Inneren gehn lassen, welche schon nach einigen Tagen den Erfolg hatte, daß das Bürgermeisteramt angewiesen Wurde, den Brotteroder Bürgern bekannt zu geben, daß sie ihre Kirmes zur gewohnten Zeithalten dürften. Dieser Bescheid löste eine ungeheure Freude aus. Mit Musik zog man vor die Wohnungen des Bürgermeisters und des damaligen Oberfösters Bickel und brachte Ständchen, weil sich beide an maßgeblicher Stelle für Beibehaltung der Kirmeszeit erklärt hatten. Dann ging es zur Kirmesfeier.

*1900
Landrat Dr. Hagen stiftete die neue Kirmesfahne, welche zum 1. Male am Kirmesmontag aufgehängt wurde. Während des Kirchenumbaus in den Jahren 1896 bis 1899 konnte keine Fahne ausgesteckt werden. Nur ein schwarzes Tuch wurde als Zeichen der Trauer an den Kirmesmontagen auf den Trümmermauern der Kirche aufgehängt.

Chronik von Brotterode von Wilhelm Bickel






Aufstellen der Kirmestanne am Festplatz


Nun kommt die schöne Kirmeszeit,
Da macht sich alt und jung bereit.
Ein jedes will die schönen Kleider
Und die Gesichter sieht man heiter.

Des Montags früh um 6 Uhr schon,
Hört man den ersten Glockenton.
Karolus, der vom Turme weht,
Ob unsre Freiheit noch besteht!

Doch Fischerei und auch die Jagd,
Sind leider alle nun verpacht!
Nur können wir da oben sehn,
Das Vivat an der Fahne steh'n-

Kommt die Kirmes nun heran,
Alles wird zur Freud' getan:
Kuchenbacken und viel Sachen,
Müssen uns're Frauen machen.

Geht's dann auf den alten Teich,
Riechet man die Bratwürst' gleich.
Und daneben steht noch Eis,
Kühlet ab die Liebe heiß.

August Kreuzberger


Schießbuden gibt's und Karusell,
da kann sich jeder drehen schnell.
Und der lust'ge Würfelmann
Bietet Tausendglück uns an.

In den Gassen in den Straßen,
Hört man die Musik schon blasen.
Die Jungfrau windet ihren Kranz
Und bricht auf zum Kirmestanz.

Macht man dann dem Umzug Platz,
Springt die Liebste zu dem Schatz.
Und dann geht's in Reih' und Glied
Daß man seine Freude sieht.

Alles rennet auf die Straßen,
Wo der Marsch wird flott geblasen.
Das ist die schönste Kirmesfreud'
Für die Brotteröder Leut'.

Nach dem Umzug geht's zum Ball
Wo sie dreh'n und jubeln all.
Und niemand will nach Hause geh'n...
Bis nächstes Jahr: Auf Wiedersehn!